Der silberne Labrador

Farbentstehung

Die Fellfarbe Silber entsteht durch das sogenannte Dilute-Gen, oder auch Farbverdünnungsgen genannt. Es bewirkt eine Aufhellung der jeweiligen Farbe. So wird z.B. aus der Farbe Braun ein aufgehelltes braun, das silbrig schimmert.

Dilute ist kein Gendefekt, sondern eine Farbvariation.

Das Dilute Gen ist kein künstlich oder chemisches Gen. Es wurde keinem Hund eingepflanzt. Die Natur selbst hat es erschaffen und sorgt für immer weitere Mutationen und zwar ständig auch bei wild lebenden Tieren. Menschen gibt es auch nur durch viele Genveränderungen, denken wir mal an den Affen. Eine Genmutation ist prinzipiell nichts schlimmes, sondern erst wenn es negative Auswirkungen hat, ist es ein Gendefekt. 

Es ist auch keine „Modefarbe“ der Neuzeit. Es existiert nachweislich bereits seit dem 17. Jahrhundert in Europa, bei vielen Hunderassen wie z.B. Labrador Retriever, Französische Bulldoggen, Deutsche Doggen, Mops, Chihuahua, Weimaraner....auch bei anderen Tieren wie Pferden, Ratten, Rindern uvm.

Langsam dürften doch die immer noch auftretenden Diskussionen und Vorurteile um die Reinrassigkeit der silberfarbenen Labradore, wie z. B.es wäre ein Mischling aus Weimaraner und Labrador oder silberne Labradore wären alle krank, meiner Ansicht nach ausgereift sein. Auch wenn vielleicht vor einigen Jahrzehnten ein Weimaraner mit einem Labrador verpaart wurde, was ich persönlich nicht glaube, so sind es seit vielen vielen Jahren der reinrassigen Verpaarungen der Labradore (nachweislich im Stammbaum) natürlich auch reinrassige Labradore.

Alle Rassen waren früher einmal Mischlinge, nach und nach wurden daraus reinrassige Hunde gezüchtet. 

Dieses Dilute-Gen wird auch nur rezessiv vererbt d.h. nur wenn beide Elterntiere dieses Dilute-Gen in sich tragen, können daraus Aufhellungen der jeweiligen Fellfarbe hervorgehen.

Langjährige Untersuchungen in den USA und in anderen Ländern zeigen, dass die Labradore mit der tollen aufgehellten Farbe nicht mehr und nicht weniger gesundheitliche Auffälligkeiten vorweisen als ihre standardfarbenen Verwandten.

Silberne Labradore gibt es schon seit 1950. Einer der ersten reinen Silber Würfe fiel im Westen der USA.

Alle Anschuldigungen sind Spekulationen, es wurde niemals nachgewiesen, dass eines von diesen Vorurteilen stimmt. Sogar die Wissenschaft kann noch nicht endgültige Erkenntnisse hinsichtlich des Dilute-Gens liefern.

Viele Genetiker und Veterinärmediziner arbeiten intensiv an der Forschung.

Sehr informativ dazu gibt es ein Youtube-Video: „Die Aufklärung“, ein Interview mit Dr. med. vet. Patrick Hensel von der Tierdermatologie Basel. In diesem Video wird nun endlich Licht in die Dunkelheit rund um das Dilute-Gen gebracht, und viele falsche Informationen aus dem Weg geräumt, die sich im Internet ihren Weg gebahnt haben.

Nicht schönreden kann man den Fakt, dass das Dilute Gen bei manchen Rassen eine "CDA" (Color delution alopecia = Farbmutantenalopezie) auslösen kann. Es ist eine Fell- und Hautkrankheit. Das Dilute Gen erzeugt nicht zwangsläufig die CDA-sondern birgt nur das Risiko, dass der Hund daran erkranken kann. Die Erkrankung an CDA ist bei Labradoren sehr selten und mit einer Vielzahl an diversen anderen Mutationen erst möglich. Genauere Ursachen, oder wie sich die CDA vererbt, sind noch nicht erforscht. Aber oftmals wird bei Hunden aus nicht seriösen Zuchten oder einer ungenauen Quelle, diese evtl auch Inzucht betreiben, diese Krankheit festgestellt. (Mehr dazu auch in dem o.g. Video)

Ich habe aus den von mir bekannten Silbernen Labradorzuchten, die ihre Verpaarungen sorgsam aussuchen, noch nicht gehört, dass ein Welpe an CDA erkrankt ist.

Fakt ist aber leider auch, dass ALLE Hunderassen, rassebedingte Krankheitsrisiken haben. Ich zumindest kenne keine Hunderasse, die keine "Anfälligkeit" für eine bestimmte Krankheit hat. Kann man gerne mal bei allen Rassen nachlesen.....

Wie z.B. Rottweiler sollen oftmals an einer Herzkrankheit leiden. Sie können im Laufe ihres Hundelebens an einer Herzschwäche erkranken. Bei Herzvenenverengung funktionieren die Venen rund ums Herz nicht mehr richtig, so dass der Vierbeiner schnell ermüdet, Atemnot bekommt und unter Herzrhythmusstörungen leiden kann. Oder er ist anfällig für die sogenannte Rückenmarkentzündung. Dies führt zu Verstopfunungen der Gefäße und Entzündungen. Die Französische Bulldogge soll durch die vielen Hautfalten sehr anfällig für Krankheiten, Entzündungen der Augen und Ohren sein, diese bedürfen immer einer aufmerksamen Pflege. Oftmals haben sie Probleme mit der Atmung. Braunen Labradoren wird nachgesagt, dass sie oftmals an Epilepsie leiden..ich könnte jetzt über jede Rasse etwas schreiben...

WICHTIG IST: sich einen Hund -egal welcher Rasse- aus einer seriösen Zucht zu holen, da ist kein Weg zu weit! Natürlich kann niemand eine Garantie dafür geben, dass ein Hund ein Leben lang gesund bleibt, aber seriöse Züchter legen sehr großen Wert darauf viele Gesundheitsuntersuchungen (und nicht nur HD und ED) bei den Zuchthunden (Hündin wie auch der Deckrüde) machen zu lassen - somit kann man viele rassebedingte Krankheiten ausschließen! Und diese Untersuchungen sollte man sich auch vor einem Welpenkauf im Original zeigen lassen. 

Ich kann auch keine Garantie dafür geben, dass all unsere Welpen ihr Leben lang gesund bleiben, aber wir geben ihnen den bestmöglichen Start dafür! Natürlich ist es auch sehr wichtig, wie der Welpe gerade im Wachstum, in seinem ersten Lebensjahr gehalten wird. Sie sollen nicht zu viel spazieren gehen, keine Treppen laufen (ab und zu zwei/drei Treppchen sind ok für die Übung), nicht zu viel springen, schon gar nicht aus dem Kofferraum, sie brauchen noch sehr viel Ruhe. Unsere Welpeneltern werden darüber genaustens informiert.

Wir züchten aus Leidenschaft silberfarbene Labrador Retriever und sind deshalb sehr penibel mit der Auswahl unseres Deckrüden.

Gerade weil die Fellfarbe Silber so selten ist, muss man die Verpaarung sehr sorgfältig aussuchen. Und da ist nicht der Zuchtverein gefragt, sondern der Züchter selbst. Denn in einigen Zuchtvereinen, werden nicht viele Gesundheitsuntersuchungen gefordert, in manchen sind auch naheliegende miteinander verwandte Hunde zur Verpaarung zugelassen und das kommt für uns absolut nicht in Frage. Aus diesem Grund ist es auch eigentlch unwichtig, in welchem Verein gezüchtet wird - denn im Endeffekt kommt es alleine auf den Züchter selbst an, welche Hunde er in seine Zucht aufnimmt. Bei uns werden Hunde nur mit Bestwerten, gerade von der Hüfte, verpaart.

Oberste Priorität ist die Gesundheit und auch die Fellbeschaffenheit. Ein Rüde mit dünnen, borstigen Fell würden wir bei Besichtigung strikt ablehnen. Deshalb muss man als Züchter silberfarbenen Labradore oftmals einen weiteren Weg, auch evtl. mit Übernachtung einplanen, um einen gesunden Deckrüden, ohne Verwandtschaftsgrad für seine Hündin zu finden. Dadurch entstehen dem Züchter natürlich auch höhere Kosten und es ist alles sehr zeitintensiv, was selbstverständlich auch mit zu einem höheren Welpenpreis führt. 

Leider gibt es bei Hundezüchter, wie überall, auch schwarze Schafe. Diese verkaufen MIschlinge, die dem Labrador sehr ähneln, als reinrassige silberne Labradore, oder Welpen aus Inzuchtverpaarungen. Die Mischlinge werden dann mit gefälschten Papieren als reinrassige Labradore verkauft, aber wie sich der Charakter entwickelt, ist zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wirklich absehbar. 

Mittlerweile kann man auch die Rasse eines Hundes durch einen DNA Test bestimmen lassen. Das kann sowohl bei Mischlingen gemacht werden, um heraus zu finden welche Hunderassen der Hund in sich hat, als auch zur Bestätigung, ob ein Hund reinrassig ist oder nicht. Dabei wird das Blut des Hundes eingeschickt (z.B.Labor /Laboklin) und mit dem DNA der Labradore verglichen, welche sie in ihrer Datenbank haben.

 

Wir geben unsere Welpen prinzipiell als "NOT FOR BREED" ab - denn wir möchten vermeiden, dass mit unseren Hunden wild herum gezüchtet wird! 

 

Nochmal kurz zurück zum Thema Standardfarben der Labradore:

Ursprünglich waren die Labradore nur schwarz, dann gab es immer wieder einige gelbe Hunde - die wurden rigoros ausgemerzt. Der erste gelbe Labrador, der nicht als Fehlfarbe angesehen wurde, kam 1899 zur Welt.

Leider waren damals im Jahr 1900 die braunen Labrador Welpen auch keine erwünschte Farbe und so hat man auch diesem Leben bereits kurz nach der Geburt ein Ende gesetzt.

Schwarz war in der damaligen Zeit die populäre Farbe für Labradore.

Die 60er-Jahre markierten eine Wendephase, was die Beliebtheit der Labradore in braun anbelangte. Ganz langsam wuchs das Interesse an braunen Labradoren. Die Nachfrage nach den braunen Welpen stieg stetig und die Züchter begannen diese in ihre Zucht mit aufzunehmen.

Ca. 1966 wurde der erste braune Labrador (ca. 60 Jahre später!) als solcher auch beim Verein eingetragen.

Neue Farbvariationen führen immer zu Diskussionen, deshalb sind in manchen Verbänden die aufgehellten Farben noch nicht anerkannt. In anderen sind sie es wiederum. In den USA von dem American Kennel Club der vom FCI als gleichwertig akzepiert wird schon - dort geht man nur anders vor. Silber selbst wird als Variante von chocolate, Charcoal als Variante von schwarz und Champagner als Variante von gelb eingetragen. 

Der Zuchtverband EKU akzeptiert silberfarbene Labradore und trägt alle aufgehellten Farben auch dementsprechend in die Papiere ein. 

 

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann endlich auch die aufgehellten Farben Champagner (helles gelb), Silber (helles braun), oder auch Charcoal (helles schwarz) ihre Anerkennung in ALLEN Vereinen erhalten.

Denn wir möchten aus ganzem Herzen, dass diese wunderschöne, edle Fellfarbe SILBER (SilverShine) genauso anerkannt wird, wie die anderen Basisfarben.

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